Effektive Mikroorganismen für gesunde Böden: So bringen Sie Ihren Garten auf natürliche Weise zum Blühen

Effektive Mikroorganismen (EM) sollen nach Herstellerangaben wahre Wunder vollbringen können. Weltweit werden sie in über 150 Ländern eingesetzt, jedoch ist die positive Wirkung von EM bisher nicht ausreichend wissenschaftlich nachgewiesen worden. Was sind effektive Mikroorganismen eigentlich, und können sie Ihren Gartenboden tatsächlich verbessern? In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, was hinter EM steckt, wie Sie effektive Mikroorganismen kaufen und anwenden können, und welche Erkenntnisse die Forschung liefert. Wir beleuchten sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen dieser Technologie für Ihren Garten.

Was sind Effektive Mikroorganismen

Definition und Ursprung

Professor Teruo Higa entwickelte EM 1982 an der Ryukyu-Universität in Okinawa. Der japanische Gartenbauprofessor suchte nach natürlichen Methoden, um überdüngte Böden wiederzubeleben und die Abhängigkeit von chemischen Düngemitteln zu reduzieren. Nach Jahren der Forschung in den 1970er Jahren entdeckte er, dass bestimmte Mikroorganismen in Kombination synergistische Effekte erzeugen.

Bei EM handelt es sich um flüssige Mischkulturen aus mikroskopisch kleinen Lebewesen. Die EMRO (EM Research Organization, Japan) produziert diese Kombinationen nützlicher Mikroorganismen, die in der Natur existieren. EM-Produkte werden in mehr als 100 Ländern eingesetzt, wobei die Einsatzgebiete von Landwirtschaft über Nutztierhaltung bis hin zu Umweltreinigung reichen.

Die Nährlösung besitzt einen pH-Wert von 3,5 bis 3,8. Dieser niedrige pH-Wert entsteht durch die enthaltenen Milchsäurebakterien und trägt zur Stabilität der Mischung bei. Die Handelsmarke EM gehört der EMRO und wird für eine Auswahl von Produkten verwendet.

Hauptbestandteile: Milchsäurebakterien, Hefen und Photosynthesebakterien

EM besteht aus drei Hauptgruppen von Mikroorganismen, die jeweils spezifische Funktionen erfüllen:

Photosynthesebakterien gelten als die Super-Bakterien in EM. Sie wandeln Lichtenergie in chemische Energie um und bauen nützliche Substanzen wie Enzyme aus organischem Material auf. Diese Bakterien können sogar schädliche Gase oder feste Schadstoffe in unschädliche Einheiten abbauen. Sie produzieren Aminosäuren, Nukleinsäuren und Glukose, die das Milieu für andere Mikroorganismen verbessern.

Milchsäurebakterien produzieren Milchsäure aus Zucker und anderen Kohlenhydraten. Die Milchsäure wirkt als starker Stabilisator und unterdrückt schädliche Fäulnisbakterien sowie Schimmelpilze. Sie fördern eine schnelle Zersetzung organischen Materials und bilden Enzyme sowie andere wertvolle Substanzen wie Antioxidantien und Vitamine. Zu den enthaltenen Arten gehören beispielsweise Lactobacillus plantarum und Lactobacillus casei. Mehr unter https://de.wikipedia.org/wiki/Milchs%C3%A4urebakterien

Hefen produzieren aus Aminosäuren und Zucker der Photosynthesebakterien antimikrobielle Substanzen, bioaktive Substanzen sowie Hormone und Enzyme zur Unterstützung der Zellteilung. Sie zersetzen und verstoffwechseln organisches Material und spielen eine wichtige Rolle bei der Produktion von Vitaminen, Enzymen und Antioxidantien. Die Hefen wirken stabilisierend auf die EM-Mischung und sorgen mit ihren Stoffwechselprodukten für Nahrung anderer EM-Mikroorganismen.

Ursprünglich bestand EM·1 aus über 80 verschiedenen Arten von Mikroorganismen. Durch intensive Forschungsarbeit in den 1990er und 2000er Jahren optimierte die EMRO die Zusammensetzung. Die Photosynthesebakterien sind der Schlüssel für die EM-Wirkung, da sie die Aktivität anderer Mikroorganismen unterstützen und deren produzierte Stoffe verwerten.

Wie EM natürlich vorkommen

Die in EM enthaltenen Mikroorganismen existieren natürlicherweise in unserer Umgebung. Sie kommen in verschiedenen Lebensräumen wie Erde, Wasser und Luft vor und spielen dort eine Rolle in natürlichen Prozessen. Milchsäurebakterien finden Sie in alltäglichen Lebensmitteln wie Joghurt, Käse, Sauerkraut oder Backhefe. Sie sind natürlicherweise bei Menschen und vielen Tieren im Verdauungstrakt vorhanden.

Photosynthesebakterien besiedeln Böden, Seesedimente, Blattoberflächen und die Rhizosphäre. Sie arbeiten oft eng mit anderen Organismen zusammen und ernähren sich von Abfallstoffen. Diese Bakterien stammen aus einer Ära der Erdgeschichte, in der lebensfeindliche Bedingungen herrschten, und entwickelten die Fähigkeit, Toxine zu neutralisieren.

Hefen werden seit Jahrtausenden vom Menschen genutzt, besonders zur Herstellung von Wein, Bier oder Brot. Die in EM verwendeten Mikroorganismen sind folglich keine künstlich geschaffenen Organismen, sondern eine gezielte Kombination natürlich vorkommender Arten, die sich gegenseitig unterstützen und verstärken.

Wie Effektive Mikroorganismen im Gartenboden wirken

Förderung der Bodenaktivität

EM aktiviert bereits vorhandene Mikroorganismen im Boden und maximiert deren natürliche Wirkung. Gesunder Boden wird von der Diversität und dem Gleichgewicht der Mikroorganismen-Gemeinschaft aufrechterhalten, die natürlicherweise darin vorkommt. Wenn das Gleichgewicht der Mikroorganismen im Boden gestört wird, verarmt der Boden und die Pflanzen wachsen schlecht.

Die effektive Mikroorganismen verbessern nicht nur die Bodenstruktur, sondern auch die biologische Aktivität im Wurzelraum. EM regen das Bodenleben an und unterstützen die natürliche Humusbildung. Dabei entsteht ein besseres Verhältnis regenerativer, aufbauender versus degenerativer, abbauender Mikroorganismen. Die durch EM produzierten Polysaccharide und anderen biochemischen Substanzen fördern die Bildung von stabilen Bodenstrukturen.

Eine gute Bodenstruktur verbessert die Wasser- und Luftdurchlässigkeit des Bodens, was wiederum die mikrobiellen Aktivitäten und den Humusaufbau unterstützt. Die erhöhte Wasserspeicherfähigkeit des Bodens zeigt sich besonders in Trockenperioden.

Unterstützung beim Abbau organischer Substanz

Mikroorganismen verstoffwechseln organisches Material, woraus sich Humus bildet, die Bodenfruchtbarkeit erhöht und die Wasserspeicherkapazität verbessert. EM wandeln organische Substanzen in pflanzenverfügbare Nährstoffe um. Mit EM behandelte Gülle fördert das Bodenleben und verbessert die Bodenstruktur, während Fäulnisprozesse minimiert werden.

Fermentative Prozesse gestalten sich immer aufbauend, ob wegen erhöhter Energie oder wegen positiver Inhaltsstoffe, die sich bilden. Die besondere Mikroben-Mischung unterdrückt fäulniserregende Keime sowie die Ansiedlung von Schimmelpilzen.

Verbesserung der Nährstoffverfügbarkeit

Die Bakterien gehen mit den Wurzeln eine Symbiose ein, das heißt sie fördern sich gegenseitig. Zusätzlich werden Enzyme freigesetzt, welche Nährstoffe im Boden mobilisieren. Das Mikrobiom wird gestärkt und hilft der Pflanze, Nährstoffe und Wasser besser aufnehmen zu können.

Durch die Behandlung mit EM sind Nährstoffe für die Pflanzen besser verfügbar. Das Substrat beziehungsweise der Boden wird dank effektive Mikroorganismen im Gießwasser mit einer probiotischen Mikrobiologie angereichert, die Rotteprozesse fördert und Nährstoffe besser pflanzenverfügbar macht.

Stärkung des Wurzelwachstums

Durch die Produktion von natürlichen Pflanzenhormonen und Enzymen fördern EM das Wurzelwachstum und verbessern die Nährstoffaufnahme. Die Produktion von Phytohormonen wird angeregt, welche das Wurzelwachstum und die Pflanzenentwicklung steuern. Effektive Mikroorganismen fördern das Wurzelwachstum und schaffen im Boden ein Milieu, in dem Fäulnis- und Krankheitserreger gehemmt werden.

Gesunde, tiefreichende Wurzeln sichern die Wasserversorgung und verbessern die Nährstoffaufnahme. Gesunde, agile Pflanzenwurzeln setzen mehr Zucker, der durch die Photosynthese gebildet wird, sowie organische Substanzen frei. Diese dienen als Nahrung für die Bodenmikroorganismen und fördern den Humusaufbau.

Praktische Anwendung von EM im Garten

EM zur Bodenverbesserung einsetzen

Gießen Sie wöchentlich mit EM-aktiv, um das Bodenleben zu fördern. Die Verdünnung beträgt 1:200, also 50 ml auf 10 Liter Wasser. Durch die Anreicherung des Bodens mit aufbauenden Mikroorganismen vollziehen sich Stoffwechselvorgänge leichter, Nährstoffe werden mobilisiert und den Pflanzen zur Verfügung gestellt. Wenden Sie EM auch bei hoher Feuchtigkeit und Wärme an, wenn Pflanzen anfällig für Pilzkrankheiten sind.

Für die Langzeitdüngung arbeiten Sie im Frühjahr und Herbst Bokashi in den Boden ein. Streuen Sie flächendeckend 0,5 bis 1 kg Bokashi pro Quadratmeter aus und arbeiten Sie es oberflächlich ein. Warten Sie je nach Bodentemperatur ein bis zwei Wochen, bis Sie säen oder pflanzen. Die im Bokashi enthaltene Pflanzenkohle verrottet nicht, sondern dient dem nachhaltigen Humusaufbau.

Mulchen hält den Boden lebendig und wasserspeichernd. Besprühen Sie den angewelkten Rasenschnitt mit EM, bevor Sie ihn ausbringen. Die Mikroorganismen verhindern Fäulnisbildung im Mulch.

Kompostierung mit Effektiven Mikroorganismen

EM-Kompost benötigt kein Wenden und wird nicht heiß. Je Kubikmeter Organik gießen Sie jede Schicht mit 50 bis 100 ml EM-aktiv auf 10 Liter Wasser an. Der Kompost verhindert Fäulnisprozesse und ist nach einem Jahr verwendbar. Für Blumenerde wären zwei Jahre Reifezeit optimal.

Gießen Sie den Kompost regelmäßig mit EM-Lösung und schützen Sie ihn vor zu viel Regen. Der optimale Standort ist halbschattig, gut belüftet und leicht zugänglich. Verwenden Sie keine Thermo- oder Schnellkomposter.

Bokashi-Eimer fermentieren Küchenabfälle ohne Geruchsbelästigung. Die Eimer haben ein Volumen von 9,6 oder 15,3 Litern und können direkt in der Küche stehen. Besprühen Sie jede neue Schicht unverdünnt mit EM. Während ein Eimer fermentiert, befüllen Sie den zweiten.

Anwendung bei Gründüngungen

Eine Schweizer Laborstudie untersuchte den EM-Einsatz beim Einarbeiten von Gründüngungen. Die Verfahren mit und ohne EM verratmeten die gleiche Menge Kohlenstoff, was auf identische mikrobielle Aktivität hindeutet. Die Zugabe von EM zeigte keine konsistenten Effekte auf die mikrobielle Aktivität im Boden. Auch die Löslichkeit von Nährstoffen wurde nicht beeinflusst. Milchsäurebakterien konnten nur bei 100-facher Aufwandmenge nachgewiesen werden.

Dosierung und Häufigkeit der Anwendung

Starkzehrer wie Tomaten, Kohl und Kartoffeln behandeln Sie alle zwei bis vier Wochen mit 200 ml EM-aktiv auf 10 Liter Wasser. Mittelzehrer und Schwachzehrer erhalten die gleiche Mischung alle vier Wochen. Für Bodenbelebung verdünnen Sie 1 Teil EM-aktiv auf 100 Teile Wasser.

Zimmerpflanzen gießen Sie wöchentlich mit 5 ml EM-aktiv auf 1 Liter Wasser. Für die Rasenpflege verteilen Sie 200 ml auf 100 Quadratmeter. Wenden Sie EM mindestens vier bis sechs Mal pro Jahr zwischen Frühjahr und Herbst an. Verdünnte Lösungen bringen Sie am selben Tag aus, da die Aktivität der Mikroorganismen in frischer Lösung am höchsten ist.

EM-Produkte richtig lagern

Lagern Sie EM-1 kühl bei 12 bis 18 Grad Celsius und dunkel. Bewahren Sie es nicht im Kühlschrank auf. Verschließen Sie Flaschen nach dem Öffnen schnell wieder luftdicht, da zu viel Sauerstoff die Qualität beeinträchtigt. Weißliche Flocken können sich bilden, beeinträchtigen aber nicht die Qualität. EM-aktiv ist verschlossen etwa sechs Monate haltbar, nach Anbruch fünf Monate. Schützen Sie die Produkte vor direkter Sonneneinstrahlung und Temperaturen über 38 Grad Celsius.

EM-Produkte für den Garten: Was Sie beim Kauf beachten sollten

Der Markt bietet zahlreiche EM-Produkte an, die sich in Zusammensetzung und Anwendungszweck unterscheiden. Um die richtigen Produkte für Ihren Garten auszuwählen, sollten Sie die verschiedenen Produktformen und deren spezifische Eigenschaften kennen.

Verschiedene EM-Produktformen im Überblick

Die Handelsmarke EM gehört der EMRO und wird für eine Auswahl von Produkten verwendet. EM·1 dient als Basisflüssigkeit für Kleinanwendungen und vor allem zur Herstellung von EM·a. Diese Urlösung besteht aus einer Mischung nützlicher und frei in der Natur vorkommender Mikroorganismen und enthält insbesondere Milchsäurebakterien, Hefen und Photosynthesebakterien. EM·1 ist eine bräunliche Flüssigkeit mit süß-saurem Geruch und einem pH-Wert von 3,5.

Boden·FIT (EM·A) bezeichnet das vermehrte, aktivierte EM·1. Diese Anwendungsflüssigkeit eignet sich für Erdböden, Pflanzen, Silage, Weiher, Schwimmbäder, Kläranlagen, Haushalt und als Tiernahrungszusatz. Bei EM·1 befinden sich die Mikroorganismen in einer Art Winterschlaf, während sie bei EM·a aktiviert sind. EM·1 bleibt mindestens sechs Monate haltbar, EM·a maximal 14 Tage. Aus 3 Prozent EM·1, 3 Prozent Zuckerrohrmelasse und 94 Prozent Wasser entsteht bei gleichmäßiger Temperatur von 32 bis 38 Grad Celsius innerhalb von sieben Tagen EM·a.

EM·5 fungiert als Pflanzenschutzmittel auf der Basis von EM·1, Zuckerrohrmelasse, Alkohol, Essig, verschiedenen Kräutern und Wasser. Terra-Preta Bokashi oder Carbon Futter besteht aus fermentiertem organischen Material zur Aktivierung der Bodenlebewesen oder in der Tierernährung. Zusätzlich sind EM Keramikpulver Super Cera-C als Bodenverbesserer sowie EM Keramikröhrchen zur Aufbereitung und Energetisierung des Wassers erhältlich.

Qualitätsmerkmale und Herstellerhinweise

EM·1 ist gemäß FiBL-Betriebsmittelliste für den biologischen Landbau zugelassen. Dies garantiert, dass das Produkt den Standards des ökologischen Landbaus entspricht. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Hersteller als autorisierter Produzent der EMRO ausgewiesen ist. In der Schweiz stellt die Firma EM Schweiz AG die Produkte her. Multikraft Produktions- und Handels GmbH produziert und verpackt in Österreich.

Wo können Sie Effektive Mikroorganismen kaufen

Effektive Mikroorganismen sind über verschiedene Vertriebswege erhältlich. Die EM Schweiz AG bietet einen Online-Bezug direkt an. Multikraft liefert in Österreich innerhalb von zwei bis drei Tagen aus. Wenn Sie Produkte im Wert von 79 Euro oder mehr bestellen, entfallen die Lieferkosten für Österreich und Deutschland. Lokale Drogerien wie die Drogerie Käser & Vögeli in Kirchberg führen EM-Produkte im Sortiment. Die EM Schweiz AG verfügt über EM-Berater, die Sie in Bezug auf Anwendungsfall und Produkt unterstützen. Vielfach sind diese EM-Berater Vereinsmitglieder des EM-Verein Schweiz.

Grenzen und wissenschaftliche Erkenntnisse zu EM

Was die Forschung über EM zeigt

Die wissenschaftliche Forschung liefert ernüchternde Ergebnisse zu effektive mikroorganismen. Eine vierjährige Feldstudie der Agroscope Reckenholz-Tänikon ART auf einem typischen Schweizer Boden unter Bio-Bewirtschaftung untersuchte den Anbau von Kartoffeln, Wintergerste, Luzerne und Winterweizen. Ein Teil der Versuchsflächen erhielt regelmäßige EM-Spritzungen, ein weiterer wurde mit Bokashi behandelt, während die Kontrollgruppe keine Behandlung bekam.

Das Resultat fiel eindeutig aus: Bei keiner Pflanzenart zeigten die EM-Spritzungen eine Wirkung auf das Wachstum. Die Mikroorganismen beeinflussten weder die Menge der Bodenmikroorganismen noch deren Zusammensetzung und Aktivität. Der einzige positive Effekt trat bei Bokashi-Düngung auf, allerdings war diese Wirkung ausschließlich auf die zugeführten Nährstoffe zurückzuführen. Die Forschenden belegten dies durch Kontrollexperimente, bei denen sie die Mikroorganismen im Bokashi vor dem Ausbringen abtöteten. Ob die Mikroorganismen lebten oder nicht, spielte keine Rolle.

Eine Auswertung verschiedener Studien zu EM kann keine positiven Effekte durch die Zugabe von effektive mikroorganismen in Mitteleuropa nachweisen. Wissenschaftler konnten lediglich eine Düngerwirkung feststellen. In anderen Klimaregionen, beispielsweise am Amazonas, wird jedoch vermehrt von positiven Effekten berichtet. Für einen wissenschaftlichen Beleg sind aber auch dort weitere Studien erforderlich.

Wann EM keine Wirkung zeigen

Mikroorganismen müssen in ihrer Umgebung überlebensfähig sein, um wirken zu können. Der Mikrobiologe Dirk Bockmühl stellte fest, dass es sehr schwierig ist, Mikrobenarten zu finden, die andere verdrängen, die in einer Umgebung natürlich vorkommen. Die Forschenden schlossen aus ihren Ergebnissen, dass in einem lebendigen Boden mit ausgewogener Fruchtfolge und Zufuhr von organischen Düngern die mit EM zugeführten Mikroorganismen keine wesentliche Veränderung herbeiführen.

Alternative Methoden zur Bodenverbesserung

Wichtigste Voraussetzung für ein gesundes Bodenleben bleibt die Humusversorgung als Ernährungsgrundlage für die in jedem Gartenboden vorhandenen Mikroorganismen. Gründüngung und Kompost gehören zu den wirkungsvollsten Methoden, um den Boden zu verbessern. Organische Dünger erhöhen den Humusgehalt und tragen zu einer höheren Bodenqualität bei.

Schlussfolgerung

Effektive Mikroorganismen versprechen eine natürliche Bodenverbesserung, doch die wissenschaftlichen Belege bleiben ernüchternd. Schweizer Feldstudien konnten in der Tat keine positiven Effekte auf Bodenleben oder Pflanzenwachstum nachweisen. Die beobachteten Verbesserungen stammten ausschließlich von den zugeführten Nährstoffen, nicht von den Mikroorganismen selbst.

Setzen Sie daher auf bewährte Methoden: Humusversorgung, Kompost und Gründüngung verbessern Ihren Gartenboden nachweislich. Diese klassischen Verfahren fördern gleichermaßen das Bodenleben und kosten deutlich weniger als EM-Produkte. Wer EM trotzdem ausprobieren möchte, sollte realistische Erwartungen haben und die Wirkung kritisch beobachten.

FAQs

Q1. Wie wendet man Effektive Mikroorganismen im Garten an? Gießen Sie Ihre Pflanzen wöchentlich mit einer verdünnten EM-aktiv-Lösung im Verhältnis 1:200 (50 ml auf 10 Liter Wasser). Für die Langzeitdüngung können Sie im Frühjahr und Herbst Bokashi in den Boden einarbeiten – etwa 0,5 bis 1 kg pro Quadratmeter. Auch beim Mulchen lässt sich EM einsetzen, indem Sie den angewelkten Rasenschnitt damit besprühen, bevor Sie ihn ausbringen.

Q2. Was ist der wirksamste natürliche Bodenverbesserer? Humus ist der beste und natürlichste Bodenverbesserer. Er entsteht durch die Zersetzung organischer Substanz und dient als Ernährungsgrundlage für die im Boden vorhandenen Mikroorganismen. Kompost und Gründüngung gehören zu den wirkungsvollsten Methoden, um den Humusgehalt zu erhöhen und die Bodenqualität nachhaltig zu verbessern.

Q3. Wie kann man nützliche Bakterien im Boden fördern? Das Mulchen mit Kompost erhöht die Population nützlicher Bodenbakterien deutlich. Auch die regelmäßige Zufuhr von organischen Düngern und die Ausbringung von gut gereiftem Kompost unterstützen das Bodenleben. Eine ausgewogene Fruchtfolge und der Verzicht auf unnötige Chemie im Garten tragen ebenfalls zur Förderung der Bodenmikroorganismen bei.

Q4. Sind Effektive Mikroorganismen wissenschaftlich nachgewiesen wirksam? Nein, die positive Wirkung von EM ist bisher nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Vierjährige Feldstudien in der Schweiz konnten keine Effekte auf Bodenleben oder Pflanzenwachstum nachweisen. Die beobachteten Verbesserungen stammten ausschließlich von den zugeführten Nährstoffen, nicht von den Mikroorganismen selbst. In lebendigen Böden mit guter Humusversorgung zeigen EM keine wesentliche Wirkung.

Q5. Aus welchen Mikroorganismen bestehen Effektive Mikroorganismen? EM bestehen aus drei Hauptgruppen: Photosynthesebakterien, die Lichtenergie umwandeln und nützliche Substanzen aufbauen; Milchsäurebakterien, die Milchsäure produzieren und schädliche Fäulnisbakterien unterdrücken; sowie Hefen, die antimikrobielle Substanzen, Hormone und Enzyme produzieren. Diese Mikroorganismen kommen alle natürlich in der Umwelt vor und wurden gezielt zu einer Mischkultur kombiniert.